{"id":989,"date":"2018-04-25T05:47:15","date_gmt":"2018-04-25T03:47:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/?page_id=989"},"modified":"2019-09-19T03:04:18","modified_gmt":"2019-09-19T01:04:18","slug":"gedenkstaette-fuer-das-ns-strafgefangenenlager-rollwald-rodgau-ii","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/?page_id=989","title":{"rendered":"Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr das NS-Strafgefangenenlager Rollwald (Gefangenenlager Rodgau II)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-1177\" src=\"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/Rollwneu-768x564.jpg\" alt=\"\" width=\"391\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/Rollwneu-768x564.jpg 768w, https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/Rollwneu-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/Rollwneu-1024x753.jpg 1024w, https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/Rollwneu.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-985\" src=\"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/AGRoll-logo.png\" alt=\"\" width=\"331\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/AGRoll-logo.png 700w, https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/wp-content\/uploads\/AGRoll-logo-300x130.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 331px) 100vw, 331px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<table id=\"tablepress-39\" class=\"tablepress tablepress-id-39\">\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-1\">\n\t<td class=\"column-1\"><strong>Kurzbeschreibung<\/strong><\/td><td class=\"column-2\">Im Rodgauer Stadtteil Nieder-Roden-Rollwald erinnert - seit der Aufstellung eines Gedenksteins 1983 - die Gedenkst\u00e4tte auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Lagerfriedhofes an das NS-Strafgefangenenlager Rollwald, das dort von 1938-1945 bestand.<br \/>\nIm Jahr 2018 wurde die Gedenkst\u00e4tte grundlegend \u00fcberarbeitet und neu gestaltet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\"><strong>Tr\u00e4ger\/ Initiative<\/strong><\/td><td class=\"column-2\">Arbeitsgruppe Lager Rollwald im<br \/>\nVerein f\u00fcr multinationale Verst\u00e4ndigung Rodgau e.V. (munaVeRo)<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\"><strong>Information<\/strong><\/td><td class=\"column-2\"><strong>Zur Geschichte des Lagers:<\/strong><br \/>\nDas \u201eLager Rollwald\u201c war das gr\u00f6\u00dfte von drei Stammlagern der \u201eGefangenenlager Rodgau\u201c, die zentral von Dieburg aus verwaltet wurden. Es wurde nicht von der SS gef\u00fchrt, sondern war  eine Strafvollzugseinrichtung der Justiz, in der rechtskr\u00e4ftig von einem Gericht verurteilte Strafgefangene einsa\u00dfen. Darin waren Kleinkriminelle und Gewaltverbrecher inhaftiert, ebenso aber auch politische Gegner des NS-Staates, Nichtsesshafte, Bettler, Homosexuelle und Menschen, die aus religi\u00f6ser \u00dcberzeugung den Kriegsdienst verweigerten. Bis zu 1\/3 der Gefangenen waren nach heutigem Recht keine Straft\u00e4ter. W\u00e4hrend des Krieges sa\u00dfen hier auch Tausende von Ausl\u00e4ndern aus ganz Europa ein, die gegen die deutsche Besatzungsmacht in ihren Heimatl\u00e4ndern gek\u00e4mpft oder gegen deren Verordnungen versto\u00dfen hatten.<br \/>\n<br \/>\nDie Gefangenen wurden zur Zwangsarbeit f\u00fcr Rodungs- und Erschlie\u00dfungsarbeiten, Entw\u00e4sserung der Sumpflandschaft, Bachregulierung und viele weitere T\u00e4tigkeiten eingesetzt. Mit Kriegsbeginn wurden sie jedoch von diesen Arbeiten abgezogen und \u00fcberwiegend mit Auftr\u00e4gen f\u00fcr die Wehrmacht, in der R\u00fcstungsproduktion, im Munitionslager M\u00fcnster\/Hessen, als Hilfskr\u00e4fte in der Landwirtschaft und zum Beseitigen von Kriegssch\u00e4den (Reparaturarbeiten f\u00fcr die Reichsbahn, Bombenr\u00e4umen) eingesetzt. <br \/>\n<br \/>\nDie Arbeit im Lager und bei den Au\u00dfenarbeiten war hart und die Bekleidung sowie Schuhwerk der Gefangenen unzureichend. Die Essensrationen reichten nicht aus und die \u00e4rztliche Versorgung bei Krankheiten oder Unf\u00e4llen war ungen\u00fcgend. Zudem kamen in den letzten Kriegsjahren H\u00e4ftlinge bereits unterern\u00e4hrt und geschw\u00e4cht oder krank im Lager an.<br \/>\n<br \/>\nMehr als 200 Menschen starben im Lager Rollwald.<br \/>\nAnfang 1944 wurde wegen der stark ansteigenden Zahl von Todesf\u00e4llen in Rollwald ein eigener Lagerfriedhof eingerichtet. Die Gr\u00e4ber auf dem Lagerfriedhof wurden nach Ablauf der gesetzlichen Ruhefrist 1965 eingeebnet. Seit 1983 erinnert ein dort aufgestellter Gedenkstein an die Opfer.<br \/>\n<br \/>\nAm 26. M\u00e4rz 1945 nahmen amerikanische Truppen das Lager Rollwald ein. Es wurde zun\u00e4chst zur Festsetzung ehemaliger SS-Angeh\u00f6riger genutzt und sp\u00e4ter als Kriegsgefangenenlager. Bis 1949 hatte das US-amerikanische \"Prisoner of War Information Bureau\" hier seinen Sitz. <br \/>\nAuf dem Lagergel\u00e4nde und im Umfeld entstand nach 1945 die heutige Siedlung Rollwald.<br \/>\n<br \/>\n<strong>Erinnerungsarbeit und Historische Aufarbeitung:<\/strong><br \/>\nEine geschichtliche Aufarbeitung der Vorkommnisse im Lager Rollwald fand in den ersten zehn Jahren nach Kriegsende nicht statt. Auch sp\u00e4ter ging sie nur schleppend voran. Um 1980 begann zun\u00e4chst die evangelische Jugend im Dekanat Rodgau (EJDR), zur Geschichte des Lagers zu recherchieren und brachte durch Errichten eines provisorischen Mahnmals aus Ziegelsteinen auf dem Gel\u00e4nde des Lagerfriedhofs die Diskussion um das Lager und die Aufstellung eines offiziellen Gedenksteins in Gang.<br \/>\nVon der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rodgau wurde zu Beginn 1981 eine Arbeitsgruppe mit der Untersuchung der historischen Vorg\u00e4nge beauftragt und legte im gleichen Jahr einen Bericht vor.<br \/>\n<br \/>\nErst Ende 1983 wurde nach einer l\u00e4ngeren politischen Auseinandersetzung mit teils kontroversen Diskussionen der heutige Gedenkstein aufgestellt.<br \/>\n<br \/>\nBedingt durch l\u00e4ngere Vakanz und Personalwechsel erfolgte erst 1992 eine Wiederaufnahme der Rollwaldaktivit\u00e4ten seitens der Evangelischen Jugend im Dekanat Rodgau (EJDR). Im Rahmen einer Projektwoche an der Heinrich-B\u00f6ll-Schule 1993 erarbeitete sie eine Ausstellung zum ehemaligen Gefangenenlager unter dem Titel \u201eLager-Rollwald - Momente der Erinnerung\", die mit gro\u00dfem Erfolg im evangelischen Gemeindezentrum Nieder-Roden gezeigt wurde.<br \/>\n<br \/>\n1993 gr\u00fcndete sich eine \u201eArbeitsgemeinschaft Rollwald\u201c um j\u00e4hrliche Gedenkfeiern zu organisieren. <br \/>\nMitglieder dieser Arbeitsgemeinschaft gr\u00fcndeten Anfang 2000 den \u201eF\u00f6rderverein f\u00fcr die historische Aufarbeitung der Geschichte des Lagers Rollwald e.V.\u201c mit dem Ziel einer wissenschaftlichen Aufarbeitung. Im November 2004 konnte er die Ergebnisse in Form des von der Historikerin Dr. Heidi Fogel verfassten Buches und eine Ausstellung dazu der \u00d6ffentlichkeit vorstellen. Nach Erf\u00fcllung seiner selbstgestellten Aufgabe l\u00f6ste sich der F\u00f6rderverein im Dezember 2005 auf und der \u201eVerein f\u00fcr multinationale Verst\u00e4ndigung Rodgau e.V.\u201c (Kurzname: munaVeRo) \u00fcbernahm es 2006 im Rahmen seiner Arbeit gegen Rassismus und Vergessen, die Gedenkarbeit des F\u00f6rdervereins fortzusetzen. <br \/>\n<br \/>\n<strong>Betreuung der Gedenkst\u00e4tte<\/strong><br \/>\nAls \u201eAG Lager Rollwald\u201c k\u00fcmmert sich eine Gruppe des Vereins u.a. um die Organisation der j\u00e4hrlichen Gedenkfeiern, um Ausstellungen und weitere Veranstaltungen, die dazu dienen, die Erinnerung an das Lager Rollwald und die Verbrechen der NS-Zeit wach zu halten. <br \/>\n2014 konnte der Verein auf dem Gel\u00e4nde der Gedenkst\u00e4tte dreisprachige Geschichtstafeln zum Lager aufstellen (in deutscher, englischer und franz\u00f6sischer Sprache).<br \/>\n<br \/>\n<strong>Unterst\u00fctzung durch die Stadt Rodgau<\/strong><br \/>\nDie Stadt Rodgau hat seit der Einebnung und park\u00e4hnlichen Anlage des ehemaligen Friedhofs f\u00fcr eine g\u00e4rtnerische Pflege des Gel\u00e4ndes insbesondere vor den Gedenkfeiern gesorgt.<br \/>\nIn Beratung und Abstimmung mit der AG-Lager-Rollwald wurde seitens der Stadt  w\u00e4hrend der Jahre 2015 - 2017 der Plan f\u00fcr eine Neugestaltung der Gedenkst\u00e4tte entwickelt um sie zu einem \"w\u00fcrdevollen Ort\u201c zu machen. <br \/>\nIm November 2017 wurde der erarbeitete Vorschlag vom Stadtparlament akzeptiert und ein Jahr sp\u00e4ter, am 10. November 2018, konnte die Umsetzung der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt werden.  <br \/>\nZur Gestaltung eines gekreuzten Wegverlaufs, gespiegelt im markanten Symbol auf den metallenen Stelen am Rand, wurde der ausf\u00fchrende Landschaftsarchitekt Dirk Melzer durch Streifen an den Hosen der H\u00e4ftlinge inspiriert, die ihm auf einem Foto aufgefallen waren.<br \/>\nAls Zeichen der Verbundenheit haben B\u00fcrger aus Rollwald und ganz  Rodgau anl\u00e4sslich der Neugestaltung mit Spenden die Pflanzung eines Ginkgobaumes auf der Gedenkst\u00e4tte erm\u00f6glicht.<br \/>\n<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\"><strong>Standort<\/strong><\/td><td class=\"column-2\">Gedenkst\u00e4tte: am Ende der Rh\u00f6nstra\u00dfe , 63110 Rodgau (Stadtteil Nieder-Roden-Rollwald)<br \/>\nKontakt:  AG Rollwald bei munaVeRo, Wiesbadener Str. 83, 63110 Rodgau, Tel: 06106-733325  <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\"><strong>Internet<\/strong><\/td><td class=\"column-2\"><a href=\"https:\/\/www.munavero.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\"><strong>www.munavero.de <\/strong><\/a>  oder   <a href=\"https:\/\/www.lager-rollwald.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\"><strong>www.lager-rollwald.de<\/strong><\/a> \/ Mailkontakt: info [ at ] lager-rollwald.de<br \/>\n<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\"><strong>Publikationen<\/strong><\/td><td class=\"column-2\"><strong>Literatur:<\/strong><br \/>\n\u2022\tBembenek, Lothar: Das Strafgefangenenlager Rollwald Nieder-Roden, in: Die Gr\u00fcnen im Landtag (Hessen), Bembenek, L. und Schwalba-Hoth, F. (Hrsg.): Hessen hinter Stacheldraht. Frankfurt am Main 1984.<br \/>\n\u2022\tJ\u00e4ger, Michael: \u201eIch war schon Mensch zu Mensch\". Verdr\u00e4ngt und vergessen: Zur Geschichte der Zwangsarbeit in Rodgau, in: Dorn, Fred\/ Heuer, Klaus (Hrs9.): \u201eIch war immer gut zu meiner Russin\". Zur Struktur und Praxis des Zwangsarbeitssystems im Zweiten Weltkrieg in der Region S\u00fcdhessen (Studien und Materialien zum Rechtsextremismus, Band 1). Pfaffenweiler 1991.<br \/>\n\u2022\tRollwald AG (Hrsg.): Dokumentation zur Ausstellung \u201eLager Rollwald - Momente der Erinnerung\". Dietzenbach (Selbstverlag) 1994.<br \/>\n\u2022\tStolzenburg, Werner: Vom Wald zur Siedlung. Entstehung und Leben der Siedlung Rollwald. Frankfurt am Main 1992.<br \/>\n\u2022\tFogel, Heidi: Das Lager Rollwald. Strafvollzug und Zwangsarbeit 1938 bis 1945. F\u00f6rderverein f\u00fcr die historische Aufarbeitung der Geschichte des Lagers Rollwald e.V. (Hrsg.), Rodgau 2004.<br \/>\n\u2022\tAusstellung das Lager Rollwald 11 Tafeln (2004) mit Erg\u00e4nzung um 3 Tafeln 2013<br \/>\n\u2022\tHoffschildt, Rainer (Hannover): \u00a7175-Opfer im Strafgefangenenlager Rodgau zur Zeit des Nationalsozialismus, PDF-Dokument unter:<br \/>\nhttp:\/\/www.gleichgeschlechtliche-lebensweisen.hessen.de\/global\/show_document.asp?id=aaaaaaaaaaaatkj<br \/>\n(abgerufen zuletzt am 4.4.2018)<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-39 from cache --><\/p>\n<div class='printomatic pom-default ' id='id4855' alt='Seitentext drucken' title='Seitentext drucken' data-print_target='article'><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"page-full-width.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["entry","page","publish","author-admin","post-989"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/989","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=989"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/989\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1254,"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/989\/revisions\/1254"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lag-gedenken-in-hessen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}